Geschichte der G├╝rtel im Alpenraum

Um den Unterleib des Mannes vor einem Bajonettstich, einem Messerstich und auch vor einer Bleikugel zu sch├╝tzen wurde der Zinnstiftranzen hergestellt. Diese G├╝rtel waren bis zu 20cm breit und vollfl├Ąchig mit mehreren zehntausendenden winzig kleinen Zinnn├Ągeln besetzt.

Anfangs 1750 hatte man begonnen, anfangs durch einfache Verzierungen, sp├Ąter mit liebevollen Ornamenten, Spr├╝chen, Zunftzeichen usw. diese G├╝rtel zu verzieren. Dadurch wurden die Zinnranzen zu einem Schmuckst├╝ck und einem wesentlichen Bestandteil zum Festtagsgewand.

Um 1770 begann man auch f├╝r Frauen Schmuckg├╝rtel ÔÇô Messerriemen genannt ÔÇô mit Zinnn├Ągeln zu verzieren. Anfangs befanden sich an diesen G├╝rteln, Messer, Wetzstein und eine Gabel. Auch der Schl├╝ssel zur Vorratskammer befand sich an diesen Messerriemen. Sp├Ąter l├Âste das Klappmesser diese Gegenst├Ąnde ab.

Diese Zinnarbeiten wurden in den Jahren zwischen 1680 und ca. 1820 hergestellt. Man findet sie in Bayern, Tirol und auch in Slowenien. Man trifft heute nur mehr sehr wenige dieser G├╝rtel an, da Viele in den Napoleonischen Kriegen, vor 200 Jahren eingeschmolzen wurden. Das Wissen ├╝ber die Herstellung der Zinnranzen ging vollst├Ąndig verloren. Seit 180 Jahren konnten diese Zinnranzen nicht mehr hergestellt werden.

In jahrelangen Versuchen ist es in unserer Werkstatt gelungen, diese handwerklichen Schmuckst├╝cke wieder herzustellen. Die Zinnn├Ągel werden von Hand gegossen und mit der Pinzette ins Leder eingesteckt. Anschlie├čend werden die N├Ągel an der R├╝ckseite umgedr├╝ckt und fixiert.

Ab 1780 begann man, G├╝rtel mit schmalen, f├Ąrbigen Lederb├Ąndern, zu besticken. Der Fachausdruck f├╝r diese Lederstreifen war Zirm. Diese G├╝rtel wurden Zirmranzen genannt, und waren die Vorfahren der heutigen Federkielranzen.

Ab 1795 wurden diese Ranzen teils mit Lederb├Ąndern, teils mit Federkiel bestickt. Ca. ab 1830-1840 wurden diese G├╝rtel ausschlie├člich mit Federkiel bestickt und die Zinnranzen und auch die Zirmg├╝rtel wurden vom Federkielranzen abgel├Âst.